Auto steht im Wald an einem Hang

Große und kleine Dramen

Wie in jedem Jahr, gab es auch 2025 besondere Vorkommnisse, kleinere und größere Dramen und auch Geschichten und Anekdoten im Nationalpark, mit denen wirklich nicht zu rechnen war. Manche davon leider mit ernstem Hintergrund, anderen dagegen zum Schmunzeln.

Im März hatte ein Pakettransporter versucht, den kürzesten Weg von Scheid zum Campingplatz im Fürstental zu nehmen. Trotz Verbotsschilder folgte der Fahrer seinem Navi, das eine Strecke mitten durch den Nationalpark anzeigte. Nach über einem Kilometer auf einem immer schmaler werdenden Wanderpfad im steilen, felsigen Hang rutschte das Fahrzeug mit dem Hinterrad am extrem steilen Hang der Kahlen Hardt ab. Nach Alarmierung von Feuerwehr und THW Korbach konnte der Transporter am nächsten Tag in einer aufwändigen Bergungsaktion mit einem Minibagger gesichert werden. Die Pakete wurden vorab händisch ausgeladen und mussten vom Paketdienst mit Schubkarren zurück nach Scheid transportiert werden. Die Schäden an den wertvollen Urwaldbäumen und am Weg hielten sich zum Glück in Grenzen und es kamen keine Menschen zu Schaden.

Ebenfalls im März gab es einen bedauerlichen Vorfall im WildtierPark. Eine Wölfin konnte während einer tierärztlichen Maßnahme den Zaun ihres Geheges überwinden. Das Tier geriet unerwartet in Panik und überwand den Zaun des Wolfsgeheges nach mehreren Versuchen und trotz ergriffener Gegenmaßnahmen. Die Nationalparkverwaltung hat die Besuchereinrichtung umgehend evakuiert und geschlossen. Da die Wölfin weder eingefangen noch betäubt werden konnte, blieb aus amtlicher Sicht keine andere Möglichkeit, als den Abschuss anzuordnen. Die Wölfin musste leider erlegt werden, um eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung auszuschließen.

"Was lange währt, wird endlich gut", hieß es dann im Herbst des Jahres zu vermelden. Nach zahlreichen Verzögerungen und Kostensteigerungen konnte die Brücke am Nationalpark-Eingang Strieder Eiche in Asel fertiggestellt werden. Mit dem Anbau des Brückengeländers aus Robinien-Stäben und nach Endmodellierung des umgebenden Geländes war der Neubau abgeschlossen und auch der Wanderparkplatz war wiederhergestellt. Im Zuge von Kompensationsmaßnahmen war zudem der Bachlauf von einer künstlichen Barriere und seitlichen Verbauungen befreit worden. Im Laufe des Winters wurden an der neuen Brücke noch Nisthilfen für Wasseramsel und Gebirgsstelze angebracht.

Kurz vor Jahresende gab es Mitte November noch eine kleine Schweinerei. Es wurden zwölf ausgesetzte, unmarkierte Minischwein-Ferkel in Bereich der KellerwaldUhr in Frankenau aufgefunden. Den Feuerwehren Frankenau und Waldeck sowie Mitarbeitenden der Stadt Frankenau und des Nationalparks gelang es, nach und nach alle Schweinchen einzufangen, die im Wald und in einem angrenzenden Feriendorf unterwegs waren. Untergebracht wurden sie zunächst beim Nationalpark-Partner „Archehof-Kellerwald“. Die Suche nach einer dauerhaften Unterbringung der Tiere ist glücklich ausgegangen: Sieben der kleinen Schweine konnten vermittelt werden und die restlichen fünf dürfen auf dem Archehof bleiben, wo sie sich sauwohl fühlen.

Schlagworte zum Thema