9 Menschen stehen auf einer Brücke über einen Bach und lächeln in die Kamera

Nationalpark Kellerwald-Edersee

Brücke über Aselbach verbindet – im Einklang mit Natur und Landschaft

Nationalpark-Eingang Strieder Eiche nun wieder per Auto erreichbar

Bad Wildungen/ Vöhl-Asel. Mit der feierlichen Einweihung der neuen Brücke über den Aselbach wurde ein wichtiges lokales Infrastrukturprojekt abgeschlossen, das technische Anforderungen und ökologische Verantwortung beispielhaft vereint.

Der Strieder Eiche Parkplatz ist ein beliebter Wanderparkplatz – nach drei Jahren Bauzeit ist dieser wichtige Zugang zu Steilhangwäldern und herrlichen Ausblicken auf den Edersee bzw. Edersee-Atlantis und die Aselbrücke wieder zugänglich. Karsten Kalhöfer, Bürgermeister der Nationalpark-Gemeinde Vöhl ist erfreut: „Wir alle haben lange gewartet, dass die Strieder Eiche wieder Ausgangspunkt für Wanderungen in den Nationalpark sein kann. Persönlich freue ich mich, dass mit dem Weg zur Lindenbergspitze und zur Hünselburg eine meiner Lieblingswanderrouten wieder gut zu erreichen ist.“
Gemeinsam mit den beteiligten Planungspartnern und ausführenden Unternehmen – darunter Ingenieurbüro Miebach, HessenForst Technik, WAGU - Gesellschaft für Wasserwirtschaft, Gewässerökologie und Umweltplanung mbH sowie Kammerdiener Krieg Baugesellschaft mbH, Elementbau Osthessen GmbH & Co., ELO KG und Schmees & Lühn GmbH & Co. KG – konnte eine Brückenlösung realisiert werden, die neben den wasserrechtlichen Anforderungen auch dem eines sensiblen Naturraums der Auenlandschaft in der Aselbucht gerecht wird. „Uns war besonders wichtig, dass sich der Bau in die Landschaft einfügt und umweltverträglich erfolgt,“ erläutert Manuel Schweiger, Leiter des Nationalparks Kellerwald-Edersee. Auch wurde besonders Wert auf die Verwendung langlebiger, ressourcenschonender Materialien gelegt. „Durch die enge Abstimmung mit Umweltfachstellen und Behörden entstand ein Bauwerk, das Funktionalität, Nachhaltigkeit und gestalterische Zurückhaltung verbindet“, ergänzt Schweiger.
Der Ortsbeirat Asel hat das Projekt zudem eng begleitet und ein Augenmerk auf lokale Besonderheiten wie Grundstückseinfahrten, Wasserführung, den Parkplatz am Friedhof und den Weidezaunbau gelegt.

Mit Startpunkt Strieder Eiche ist in naher Zukunft eine rollstuhlgerechte Erschließung des Uferweges entlang der Aselbucht am Hoppefelsen geplant. Von dort öffnet sich auch der Blick ins Edertal.


Hintergrund
Die alte Brücke über den Aselbach war über die Jahre baufällig geworden. Auch war die erforderliche Traglast nicht mehr gegeben, außerdem stellte der enge Durchlass einen wasserrechtlichen Mangel dar. Die alte Brücke wurde zwischenzeitlich stillgelegt, als Zwischenlösung führte eine Umleitung mit Furt zum Wanderparkplatz.

Die neue Brücke stellt nun die ursprüngliche Funktion wieder her und trägt bis zwölf Tonnen. Als robustes und gleichzeitig ästhetisches Tragwerk wurde daher eine innovative Holz-Beton-Verbundkonstruktion in geschützter Bauweise gewählt, bestehend aus zwei massiven Fichten-Brettschichtholzträgern und einer Fahrbahnplatte aus Beton. Für die größere Spannweite der neuen Brücke mussten auch neue Fundamente gesetzt werden. Das neue Stahlgeländer mit einer Füllung aus verästelten Robinienstäben fügt sich harmonisch in die naturnahe Umgebung ein.
Beim Bau der Brücke wurde besonders auf die Ökologie geachtet und bodenschonende Verfahren gewählt sowie mineralisch und chemisch passende Materialien. Besonders zu betonen ist dabei die einzigartige Herstellung des circa 25 Tonnen schweren Verbundbrückenkörpers, der komplett im Werk vorgefertigt wurde, wodurch die Auswirkungen des Bauprozesses auf das örtliche Ökosystem nochmals reduziert werden konnten.
Nach drei Jahren Bauzeit wurde die Brücke vor dem Winter fertiggestellt.

Nachdem Teile der Wälder nördlich des Edersees seit 2020 zum Nationalpark Kellerwald-Edersee gehören, fällt die fiskalische Zuständigkeit für die Brücke, die in direkter Nachbarschaft zum Nationalpark liegt, in den Bereich der Nationalparkverwaltung.

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