In seiner Sitzung am Donnerstag, 10. September konnten im Nationalparkbeirat gleich mehrere Prozesse unter Einbindung der Region erfolgreich abgeschlossen werden. So präsentierte die Nationalparkverwaltung den kürzlich verabschiedeten Nationalparkplan für den im Jahr 2020 hinzugekommenen, rund 2.000 Hektar großen, neuen Teil des Nationalparks. Der Teilplan wurde in den vergangenen Jahren in diversen Gremien der Nationalparkgemeinden und zahlreichen Terminen mit Interessensvertretern erarbeitet und abgestimmt. Er bildet bis zum Jahr 2030 den verbindlichen Rahmen für die weitere Entwicklung und berücksichtigt dabei die besonderen Gegebenheiten der neu hinzugekommenen Bereiche nördlich und östlich des Edersees.
Der Beirat befasste sich außerdem mit dem Evaluierungsbericht zum Nationalpark, der im Auftrag des Bundesamts für Naturschutz erstellt wurde. Im Rahmen der bundesweiten Evaluierung wurden die deutschen Nationalparke anhand einheitlicher Qualitätskriterien bewertet. Auch hier waren Beiratsmitglieder und weitere Interessensvertreter im Vorfeld eng eingebunden, als sie dem unabhängigen Evaluierungskomitee ihre Einschätzungen zu wichtigen Fragen rund um den Nationalpark gaben. Der nun vorgestellte Bericht zeigt die erfolgreiche Entwicklung, die der vergleichsweise junge Nationalpark bereits genommen hat und liefert zugleich wichtige Impulse für die zukünftige Arbeit der Nationalparkverwaltung und die Zusammenarbeit mit der Region. Besonders sticht in diesem Zusammenhang die Erweiterung des Nationalparks heraus.
Ein weiterer Schwerpunkt der Sitzung war das neue Waldbrandkonzept des Nationalparks, das jüngst verabschiedet und unter anderem gemeinsam mit den örtlichen Einsatzkräften erarbeitet wurde. Das Konzept ist ein wichtiger Handlungsleitfaden für den Umgang mit Bränden im Schutzgebiet, um im Ernstfall schnell, abgestimmt und zugleich möglichst naturverträglich handeln zu können.
„Der Nationalpark kann seine Ziele nur gemeinsam mit der Region erfolgreich weiterentwickeln. Deshalb ist es wichtig, dass die unterschiedlichen Akteure ihre Erfahrungen und Perspektiven einbringen können. Der Nationalparkbeirat bietet dafür eine hervorragende Plattform. Der offene und konstruktive Austausch stärkt nicht nur den Nationalpark, sondern die gesamte Nationalparkregion“, betonte Simon Bruhn, Abteilungsleiter für Regionalentwicklung, Agrarmarketing, Naturlandschaften und landwirtschaftliches Vermögen im Hessischen Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, der in Vertretung von Staatsminister Ingmar Jung die Beiratssitzung leitete.
Der Nationalparkbeirat ist ein wichtiges Forum für den kontinuierlichen Austausch zwischen der Nationalparkverwaltung und den Akteuren der Region. Unter dem Vorsitz von Landwirtschaftsminister Ingmar Jung bringt er Vertreterinnen und Vertreter aus Bund und Land, dem Landkreis und den Nationalparkkommunen sowie aus weiteren für den Nationalpark relevanten Institutionen und Organisationen zusammen. Vertreten sind unter anderem die Bereiche Naturschutz, Land- und Forstwirtschaft, Tourismus, regionales Gewerbe, Wissenschaft, Bildung und Jugendarbeit. Auch die Belange von Menschen mit Behinderung werden durch die Einbindung der oder des Landesbeauftragten für Menschen mit Behinderung berücksichtigt. Damit vereint der Beirat zentrale Partner aus Politik, Verwaltung, Fachwelt und Region und schafft eine breite Grundlage für die Beratung über die Entwicklung des Nationalparks.